Der gläserne Fluch von Thomas Thiemeyer

Es ist, als packe man Indiana Jones zwischen zwei Buchdeckel!

Nach den ersten beiden Forschungsreisen in den Höhen Südamerikas und den Tiefen des Meeres verschlägt es die Weltensucher nun auf den schwarzen Kontinent. Im trockenen Westafrika, dem heutigen Mali, scheint der gläserne Fluch seine Opfer gefunden zu haben: Der Ethnologe Richard Bellheim kehrt von einem Besuch der Bandiagara-Tafelberge völlig verändert nach Europa zurück. Als er seinen alten Studienkollegen Carl Friedrich von Humboldt nicht wiedererkennt und urplötzlich Glas verspeist, beginnt für den besorgten Humboldt und sein Team ein neues Abenteuer.

Von Humboldt, seine Lebensgefährtin Eliza, sein Sohn Oskar, seine Nichte Charlotte sowie die Kiwi-Dame Wilma stellen eine Expedition in die Sahelzone zusammen, um der mysteriösen Wandlung Bellheims auf die Spur zu kommen. Bellheim scheint in der verlassenen Stadt der Tellem gewesen zu sein, dessen Ruinen sich auf einem imposanten Felsmassiv befinden. Das ansässige Volk der Dogon meidet diesen Ort jedoch nicht ohne Grund schon seit vielen Jahrhunderten…

„Der gläserne Fluch“ ist der dritte Teil aus der Reihe „Die Chroniken der Weltensucher“ des deutschen Autors Thomas Thiemeyer, der Jugendlichen wie Erwachsenen einen ordentlichen Schwenk Abenteuerlust bietet. Thiemeyer beweist nach „Die Stadt der Regenfresser“ und „Der Palast des Poseidon“ nun schon zum dritten Mal, dass er gleich einem ganzen Team fiktiver Forscher so viel Leben einhauchen kann, dass der Leser sie schon wie alte Bekannte begrüßen mag.

Insbesondere die beiden Teenager Charlotte und Oskar gewinnen mit jeder Forschungsreise mehr und mehr an Profil, so dass auch die Beziehungen der Hauptpersonen untereinander hoch interessant bleiben. Während die einzelnen Abenteuer jeweils einen wunderbaren Abschluss finden, wird das Beziehungsgefüge um das Forscherteam mit jedem Teil der Reihe weiter getragen.

Versetzt in das späte 19. Jahrhundert, als die Welt scheinbar noch größere weiße Flecken auf der Weltkarte bieten konnte, kann der Leser eintauchen in ein fantasiereiches Abenteuer mit einer großen Portion Fernweh. Da von Humboldt und sein Team schwerlich von ihrem Forscherdrang geheilt werden können, darf ein weiterer Titel der „Chroniken der Weltensucher“ im Sommer 2012 erwartet werden.

Loewe Verlag
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 480
Preis: EUR (D) 17,90
ISBN 978-3-7855-6577-3
Erscheinungstermin: 06. Juni 2011

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Veröffentlicht in : aktuell, Kinder-/Jugendbuch, rezensionen
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