Dracula – Die Wiederkehr von Dacre Stoker

Fünfzehn Jahre sind vergangen seit die Vampirjäger um Professor van Helsing den Vampir Dracula getötet haben. Jedoch scheint das Grauen kein Ende zu nehmen. In London geschehen mysteriöse Dinge und Jonathan Harker, der auch zu den Vampirjägern gehörte, wird ermordet aufgefunden. Hat es jemand auf die Leute abgesehen, die am Mord von Graf Dracula schuld sind? Diese Frage stellt sich auch Hakers Sohn Quincey und so ermittelt er in diesem Fall. Seine Ermittlungen gehen gut voran, bis ihm eine schockierende Vorstellung in den Sinn kommt. Graf Dracula, der eigentlich unter den Toten weilen sollte, ist zurückgekehrt.

Der neue Roman um Graf Dracula kann dem ersten Teil nicht das Wasser reichen.

Vermutlich können es die Fans des ersten Dracula-Romans kaum abwarten, endlich wieder etwas von Dracula zu lesen. Doch Dracula – Die Wiederkehr kann leider nicht mit dem Vorgänger mithalten.

Wie man auf dem Cover schon lesen kann, hat der Urgroßneffe von Bram Stoker das Werk von 1897 weitergeschrieben. Er geht nach dem Schema eines typischen Krimis vor: Es beginnt mit einer Leiche, in diesem Fall der Vampirjäger Jonathan Harker, darauf folgen die Ermittlungen und am Ende kommt dann die Lösung. Dacre Stoker hat es nicht geschafft, dass großartige Werk seines Vorfahren zu übertreffen.

Der Schreibstil an sich ist zwar ganz gut aber auch nicht besonders aufregend. Herr Stoker ist auf die Figuren stellt die Figuren sehr ansprechend dar und man kann sich auch gut in sie hineinversetzen. Er hat die dunkle und düstere Atmosphäre jedoch leider nicht so überzeugend rübergebracht, wie man es von  einem Buch über Dracula und London erwarten würde. An der Schreibweise an sich gibt es aber nichts zu mäkeln.

Mit Sicherheit hätte sich aus der Geschichte an sich mehr herausholen lassen. Es sind zwar schon circa 600 Seiten, jedoch hätten es auch locker 200 mehr dürfen. Den Ermittlungen etwa hätte man mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen können – da hat man manchmal das Gefühl, dass Dacre Stoker sich zu sehr auf seinen Namen verlässt und einfach nur Wörter auf ein Blatt schmiert. Besser wäre er gekommen, wenn er sich nicht zu sehr an der Geschichte seines Vorfahren festgeklammert, sondern mehr auf eigene Ideen vertraut hätte.

Insgesamt ist das Dracula – Die Wiederkehr sicherlich gut lesbar, aber vermutlich nur für echte Dracula-Fans ein 'Muss'.

Dacre Stoker: Dracula – Die Wiederkehr, aus dem Englischen von Hannes Riffel, gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 592 Seiten, ISBN 978-3-8025-8220-2, Oktober 2009, LYX Egmont

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