Traces du Sacré

Jul 20th, 2008 | By Roland Schmidt | Category: kunst

Eine grosse Ausstellung im Pariser Centre Pompidou sucht dreihundertfünfzig erstklassige Kunstwerke nach Spuren von «etwas Höherem» ab. Und findet diese auch – in mannigfacher Gestalt.

«Traces du Sacré»: Wie das wohl zu übersetzen ist? «Spuren des Sakralen»? «Spuren des Heiligen»? Oder, ungenauer, aber umfassender: «Spuren von etwas Höherem»? Letztgenannte Übertragung umreisst den Inhalt der jüngsten Grossausstellung im Pariser Centre Pompidou so scharf, wie es bei einem derart ausufernden (und an den Rändern auch ausfransenden) Thema überhaupt möglich ist. «Spuren von etwas Höherem» – das meint gewiss: Spuren des Religiösen. Aber auch: Spuren des Mystischen. Des Transzendenten. Des Metaphysischen. Des Psychedelischen. Des Parapsychologischen. Und so weiter und so fort.
Es ist das Verdienst der Kuratoren, Jean de Loisy und Angela Lampe, die Fülle an Denk-Spuren und Deutungs-Fährten, die der Titel der Schau auslegt, wenn nicht gebändigt, so zumindest gebündelt zu haben. Vierundzwanzig Kapitel nehmen, in grob chronologischer Folge von den Vorboten der Moderne bis zur unmittelbaren Jetztzeit, (fast) alle denkbaren künstlerischen Inkarnationen der «Traces du Sacré» unter die Lupe. Da Spuren nur hinterlassen kann, was nicht mehr da ist, bildet die Konstatierung der «Flucht der Götter» den Ausgangspunkt der Schau: Exitus! Gleich am Eingang überbringt ein Kadaver im fortgeschrittenen Verwesungszustand die lakonische Botschaft: «Nada». Goyas Gruss aus dem Jenseits findet fast zwei Jahrhunderte später einen Nachhall in Damien Hirsts Triptychon «Forgive Me Father for I Have Sinned», einer schwarz-klebrigen und charakteristisch stinkenden Hommage an den Herrn der Fäulnis im Allgemeinen – und der Fliegen im Besonderen.

Quelle: NZZ

Bis zum 11. August im Centre Pompidou, Paris zu sehen.
Ab dem 19. September im Münchner Haus der Kunst.

Hier ebenfalls ein kleiner Vorgeschmack auf einzelne Werke der Ausstellung. Obacht: Das Video wird erst ab der Hälfte interessant, vorher wird einfach etwas das Centre Pompidou abgefilmt.

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  1. [...] gerne ’sheeple’ (sheep people=sheeple) genannt. Aber wie sagte Einstein doch so schön (so o.ä.): Um ein vollwertiges Mitglied einer Schafsherde zu sein, muss man zu allererst einmal ein [...]

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